Why losing is not a proper word

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Vor ein paar Tagen kam mein Freund abends von der Arbeit nach Hause. Wie jeden Tag. Mit im Schlepptau hatte er allerdings zwei Postkarten, die er bei einem Seminar geschenkt bekommen hatte. Auf einer davon stand geschrieben “Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?” (Originalzitat: What would you do if you weren’t afraid?). Die Karte hängt jetzt an unserem Kühlschrank und ich fing an mich zu fragen, in welchen Situationen Angst für mich bisher eine Rolle gespielt hat. Ich fing an mich zu fragen, in welchen Situationen Angst meine Entscheidungen beeinflusst hat.

Mit Beginn meines Studiums im September 2013 habe ich mich zum ersten Mal dafür entschieden länger als für einen Wochenendtrip oder für einen zweiwöchigen Sommerurlaub meine Heimat Deutschland zu verlassen. Ein Pflichtbestandteil des Studiums in Frankfurt war ein Auslandssemester im 4. Semester. So packte ich also im Februar 2015 meine Sachen und entschied mich dazu, Bordeaux für vier Monate zu meiner Heimat zu machen. Darauf folgte ein Praktikum in Hamburg; nach einer einjährigen Studienphase in Frankfurt dann ein sechsmonatiges Auslandspraktikum in Vancouver und schließlich ein weiteres in Paris. In den letzten zwei Jahren bin ich mehrmals umgezogen und habe an insgesamt sechs verschiedenen Orten in drei verschiedenen Ländern gelebt. All diese Stationen haben Eines gemeinsam: Die Angst, die ich jedes Mal verspürt habe, bevor ich in ein neues Abenteuer gestartet bin.

Ich wollte schon immer viel von der Welt sehen und am liebsten mehrmals im Jahr an Orte reisen, die ich noch nie gesehen habe. Aber ganz allein mit einer Freundin nach dem Abitur für einen Monat durch die USA reisen? In den Flieger nach Kanada steigen? So weit weg von zuhause, wo ich niemanden kenne? Ein Praktikum in Frankreich anfangen, obwohl ich die Sprache (noch) nicht fließend beherrsche? Je näher jede Reise rückte desto stärker wurden meine Zweifel.

Und im Nachhinein betrachtet? Im Nachhinein betrachtet bereue ich gar nichts! Als ich letzten Sommer kurz davor war in den Flieger nach Vancouver zu steigen, hat meine Mama mich mit folgenden Worten verabschiedet, die ich wohl nie mehr vergessen werde: “Denk daran, es gibt immer einen Weg zurück”. Sie hat recht. Man kann eine Entscheidung vielleicht nicht rückgängig machen, aber man kann zu jedem Zeitpunkt umdrehen oder die Richtung ändern. Entweder du findest, wonach du gesucht hast oder du lernst, auf was du gut verzichten kannst. So wird also auch ein gescheiterter Versuch zur Bereicherung. An all die Zweifler da draußen: Das Wort “verlieren” sollte es nicht geben. Wer wagt, der gewinnt. So einfach ist das.

Man muss nicht darauf warten, die richtige Person zu finden, um die Welt zu sehen. Man muss nicht darauf warten, bis man sich erwachsen genug fühlt (dieser Moment hängt ohnehin nicht vom Alter ab, sondern vielmehr davon sich zum ersten Mal zu überwinden). Glaubt mir, wenn ich sage, dass die Magie außerhalb eurer Komfortzone passiert. Ich habe immer wieder neue Menschen kennen gelernt – die Einen sind noch heute an meiner Seite, die Anderen sind nur einen Teil des Weges mit mir gegangen und doch hat mich jeder auf seine Art und Weise bereichert. Ich habe – allem voran in Kanada – so viel über das Leben, die Liebe und mich selbst gelernt, was mir niemand jemals mehr wegnehmen kann. Die Zeit im Ausland war nicht nur viel mehr als ich mir jemals hätte wünschen können, die Zeit dort waren die besten Monate, die ich in meinem kurzen Leben bisher erleben durfte. Und so habe ich mich am Ende also richtigerweise gegen die Angst und für das Abenteuer entschieden.

Denk das nächste Mal nicht zu viel nach, sondern frag dich: Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte? Und dann tue nichts anderes!

Cheerio, Julia ♥

P.S.: Danke für deine Worte, Mommey! Und danke an meine ganze Familie, meinen Freund und meine Freunde für eure Unterstützung in allem, was ich tue.


Why losing is not a proper word

A few days ago my boyfriend came home from work with two postcards in tow. A present he got from a seminar he attended that day. One said: “What would you do if you weren’t afraid?” The card found its place on our fridge now and I began to brood in which situations in my life “fear” played a role. I started to ask myself if there were any situations in which fear influenced my decisions.

Starting my studies in September 2013 meant deciding to leave my German home longer than a two-week holiday trip for the first time, because of  a mandatory semester abroad. That’s why I packed my things in February 2015 and moved to Bordeaux for four months. Shortly afterwards, I did an internship in Hamburg. After one year studying back in Frankfurt I moved to Vancouver for a six-month internship abroad followed by another one in Paris, where I’m currently living. Within the last two years I moved several times and lived in six different cities in three different countries. All of those places have one thing in common: The fear I had before moving there.

I always wanted to travel the world and most of all I wanted to travel to places I’ve never seen before more than once a year. But traveling through the US for one month after the Abitur with only one of my girlfriends as a 19-year old? Entering a plane to Canada all alone? Going somewhere that far away without knowing anybody? Doing an internship in France without even speaking  French fluently (yet)? The closer the journey moved, the bigger my doubts became.

And looking back? Looking back I don’t regret anything! When I was about to get on the plane to Vancouver last summer, my mum said goodbye with the following words I will never forget: “There’s always a way back.” And she was right. Perhaps you cannot undo your decision but you can turn around or change your direction at any time. Either you find what you’re looking for or you learn what you better don’t repeat. Even a failed attempt is a gain. Here’s to the ones who doubt: That’s why “losing” is not a proper word. Nothing ventured, nothing gained. Simple as that!

There’s no need to wait for the right person to travel the world. There’s no need to wait until you feel mature enough (this moment doesn’t depend on your age anyways, it depends on you being brave and taking the first step). Believe me when I say that all the magic happens outside of your comfort zone. I kept on meeting new people. Some are still by my side, some just accompanied me for a part of my way but I learned a lot from every single one of them. Especially in Canada, I learned so much about life, love and myself, which no one can ever take away from me. The time I spent abroad was not only far more than I expected but also the best time I’ve ever had. In the end, I successfully decided against the fear and for the adventure.

Don’t think too much! Just ask yourself: What would I do if I weren’t afraid? Then go and do nothing but this!

Cheerio, Julia ♥

P.S.: Thanks for your words, mommey! And thanks to my whole family, my boyfriend and all my friends for supporting me in everything I do.

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